Und nach dem Abendessen sagte er
„Lass mich noch eben Zigaretten holen gehen“
Sie rief ihm nach: „Nimm dir die Schlüssel mit
Ich werd‘ inzwischen nach der Kleinen sehen“
Er zog die Tür zu, ging stumm hinaus
Ins neon-helle Treppenhaus
Es roch nach Bohnerwachs und Spießigkeit
Und auf der Treppe dachte er
Wie wenn das jetzt ein Aufbruch wär‘
Ich müsste einfach gehen für alle Zeit
Für alle Zeit
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii
Ging nie durch San Francisco in zerrissenen Jeans
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei
Einmal verrückt sein und aus allen Zwängen fliehen
Und als er draußen auf der Straße stand
Fiel ihm ein, dass er fast alles bei sich trug
Den Pass, die Euro checks und etwas Geld
Vielleicht ging heute Abend noch ein Flug
Er könnt‘ ein Taxi nehmen dort am Eck
Oder Autostop und einfach weg
Die Sehnsucht in ihm wurde wieder wach
Noch einmal voll von Träumen sein, sich aus der Enge hier befreien
Er dachte über seinen Aufbruch nach
Seinen Aufbruch nach
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii
Ging nie durch San Francisco in zerrissenen Jeans
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei
Einmal verrückt sein und aus allen Zwängen fliehen
Dann steckte er die Zigaretten ein
Und ging wie selbstverständlich heim
Durchs Treppenhaus mit Bohnerwachs und Spießigkeit
Die Frau rief Mann, wo bleibst du bloß
Dalli Dalli geht gleich los
Sie fragte war was?
Nein, was soll schon sein
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii
Ging nie durch San Francisco in zerrissenen Jeans
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei
Einmal verrückt sein und aus allen Zwängen fliehen
La la la lala lala la
La la la lala lala la
La la la lala lala la
Lala la la
La la la lala lala la
📀📀📀📀📀📀📀📀📀📀
Ich war noch niemals in New York ist ein Lied des österreichischen Sängers Udo Jürgens aus dem Jahr 1982 zu einem Text von Michael Kunze. Das Lied wurde wiederholt gecovert, unter anderem 2009 von der deutschen Indie-Rock-Gruppe Sportfreunde
Das Lied handelt von einem Familienvater, der nach dem Abendessen noch schnell Zigaretten holen geht und unterwegs auf den Gedanken kommt, aus seinem kleinbürgerlichen Leben zu fliehen und nach New York City, Hawaii oder San Francisco zu reisen. Am Ende kehrt er aber wie selbstverständlich wieder ins Haus zu seiner Familie zurück. Im Refrain werden die Gedanken des Mannes, über den ansonsten in der Er-Form erzählt wird, in Ich-Form wörtlich zitiert. Parallelen in der Handlung bestehen zu Peter Bichsels 1963 erschienenen Kurzgeschichte San Salvador.
