Rosenstolz war ein Musikduo aus Berlin, das aus der Sängerin AnNa R. und dem Songwriter und Sänger Peter Plate bestand. Die Gruppe wurde 1991 in Berlin-Friedrichshain gegründet.
Die fast immer auf Deutsch gesungenen Lieder waren zu Beginn stilistisch zwischen Pop, Chanson und Rock angesiedelt. Besonders zu Beginn ihrer Karriere produzierten Rosenstolz Musik mit oftmals mehrdeutigen Texten. Für ihren Stil prägten die Berliner Medien zu jener Zeit (Anfang bis Mitte der 1990er Jahre) den Begriff „Mondänpop“. Ab dem Jahr 2000 traten die Chanson-Elemente mehr und mehr in den Hintergrund und die Pop-Elemente mehr in den Vordergrund.
Am 20. Dezember 2012 gaben die Künstler bekannt, ihre Zusammenarbeit auf unbestimmte Zeit pausieren zu wollen. Bereits im Jahre 2012 hatte AnNa R. begonnen, mit einigen alten Bandkollegen und Freunden an neuer Musik zu arbeiten. Ihre neue Band trug den Namen Gleis 8. Am 30. August 2018 stellte Peter Plate einen bislang unveröffentlichten Rosenstolz-Song vor. Zudem erschien ein neues Best-of-Album, an dessen Zusammenstellung Plate mitwirkte. Im März 2025 starb Sängerin AnNa R.
AnNa R. und Peter Plate lernten sich über den Vermieter von Plates Wohnung kennen. Sie fingen an, Songs zu schreiben und diese auf einem 4-Spur-Kassettenrekorder aufzunehmen. Einige dieser Demo-Versionen findet man heute noch auf Singles als B-Seite oder auf den Alben Sanfte Verführer, Raritäten und Raritäten II.
Rosenstolz spielten zu Beginn vor sehr kleinem Publikum. Ihr erstes Konzert gaben sie im Oktober 1991 in der Galerie Bellevue in Berlin, knapp 30 Zuschauer waren anwesend. Bei einem ihrer Konzerte im Berliner Schwulenzentrum SchwuZ wurden sie 1992 ausgebuht. Eine Aufzeichnung des Liedes Klaustrophobie von einem ihrer ersten Konzerte ist in der 14. Folge der Schwulen-Fernsehserie Licht und Schatten von Andreas Weiß zu sehen. Die Popularität von Rosenstolz wuchs jedoch von Jahr zu Jahr.
Im Mai 1997 spielten Rosenstolz, auf Einladung des Goethe-Instituts, ein Konzert vor etwa 10.000 Zuschauern in Nowosibirsk. In diesem Jahr erreichten sie mit ihrem Album Die Schlampen sind müde auch die erste Chartplatzierung. Einen Sprung in ihrer Karriere stellte ein Auftritt beim nationalen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 1998 mit dem Song Herzensschöner dar, wo sie den zweiten Platz erreichten. 2000 eroberten Rosenstolz dann mit Kassengift die Spitze der Charts und mit dem Clip zur Single Amo Vitam langsam die Musikfernsehsender. Der große Durchbruch gelang 2004 mit der Single Liebe ist alles und dem Album Herz.
Bei ihren Live-Konzerten wird Rosenstolz von einer siebenköpfigen Band begleitet, deren Musiker zum Teil schon seit vielen Jahren mit dem Duo touren. Zur letzten Besetzung gehören Fabian (Keyboards, Piano), Peter Koobs (Gitarre), Thomy Jordi (E-Bass), Ulrich „Ulle“ Rode (Gitarre) und Jens Carstens (Schlagzeug und Percussion). Der langjährige Gitarrist Ralf Lübke hat die Band nach der Willkommen-Tournee verlassen, um mehr Zeit für seine eigene Gruppe Monkeeman zu haben. Für ihn war Ulrich „Ulle“ Rode neu hinzugekommen. Zoran Grujovski wird seit der Bist du dabei-Tour durch einen neuen Musiker namens Fabian ersetzt. Außerdem vervollständigten Lorenzo Allacher (Saxophon und akustische Gitarre, ehem. Sax bei Blechreiz) und Anne de Wolff (Geige, Akkordeon) die Band.
Hin und wieder beziehen Rosenstolz in ihren Liedern auch politisch Stellung, wie zum Irak-Krieg im Jahre 2003 mit dem Titel Laut oder 1999 mit einem Kommentar zur damals gerade diskutierten Homo-Ehe in Ja, ich will zusammen mit Hella von Sinnen. Im dazugehörigen Video, bei dem Marcus Sternberg Regie führte, treten die Duettpartner (von Sinnen und Plate) zusammen mit ihren Partnern Cornelia Scheel beziehungsweise Ulf Leo Sommer auf. Auch auf der Das große Leben-Tour kritisierte Plate die ablehnende Haltung gegenüber Homosexuellen
uns nun gegenseitig Zeit und lassen für den Moment los.“
Mit dem Song Wenn es jetzt losgeht meldeten sich Rosenstolz am 30. August 2018 im sechsten Jahr ihrer kreativen Pause zurück. Es handelt sich jedoch nicht um eine neue Produktion, sondern um eine bislang unveröffentlichte Aufnahme, die eigentlich für das letzte Album Wir sind am Leben vorgesehen war. Am 28. September 2018 erschien das Best-Of-Album Lass es Liebe sein – Die schönsten Lieder, an dessen Zusammenstellung auch Plate mitwirkte und das durch ihn mit Alternativversionen und mit unveröffentlichte Demos ergänzt wurde. Gemeinsame Auftritte sind nach Auskunft von Peter Plate weiterhin nicht geplant. Jedoch kamen AnNa R. und Peter Plate für eine Sonderausgabe von Radio Rosenstolz erneut zusammen, die am 3. Oktober 2018 auf YouTube hochgeladen wurde. Hierfür interviewten sich beide gegenseitig und hörten gemeinsam in ein paar der auf dem Best-Of-Album enthaltenen Lieder hinein.
Rechtzeitig zum 30. Bühnenjubiläum erschien im Dezember 2021 im MDR sowie dessen Mediathek die vierteilige Mini-Serie „Rosenstolz – Liebe ist alles“. Für Buch und Regie zeichnet Tim Evers verantwortlich, Produzent ist Marc Lepetit, Producer ist Ütz Fonfara.
Sängerin AnNa R. verstarb im März 2025 im Alter von 55 Jahren in Berlin.
