Das Telefon seit Jahren still –
Kein Mensch mit dem ich reden will
Ich seh im Spiegel mein Gesicht –
Nichts hat mehr Gewicht.
Ich werfe Schatten an die Wand
Und halte zärtlich meine Hand
Ich red mit mir und schau ins Licht –
Mich erreichst du nicht.
In meinem Film bin ich der Star
Ich komm auch nur alleine klar.
Panzerschrank aus Diamant –
Kombination unbekannt.
Eiszeit – mit mir beginnt die Eiszeit
Im Labyrinth der Eiszeit – minus neunzig Grad.
Eiszeit – mit mir beginnt die Eiszeit
…
Alle Worte tausenmal gesagt
Alle Fragen tausendmal gefragt
Alle Gefühle tausendmal gefühlt –
Tiefgefroren – tiefgekühlt.
In meinem Film bin ich der Star
Ich komm auch nur alleine klar.
Panzerschrank aus Diamant –
Kombination unbekannt.
Eiszeit – mit mir beginnt die Eiszeit
Im Labyrinth der Eiszeit – minus neunzig Grad.
Eiszeit – mit mir beginnt die Eiszeit
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Ideal war eine West-Berliner Band, die 1980 gegründet wurde und bis 1983 existierte. Als Teil der Neuen Deutschen Welle zählte sie zu den erfolgreichsten Vertretern dieser Musikrichtung. Besonders bekannt wurden ihre Stücke Blaue Augen, Berlin, Eiszeit und Monotonie.
Annette Humpe spielte zusammen mit ihrer Schwester Inga Humpe bis 1980 bei den Neonbabies. Im Frühjahr 1980 schlossen sich Annette Humpe, Ernst Ulrich Deuker, Frank Jürgen Krüger (Eff Jott) und Hans-Joachim Behrendt (Hansi) zur Band Ideal zusammen.
Im Mai 1980 veröffentlichte Ideal die erste, für das bandeigene Independent-Label Eitel-Imperial produzierte Single Wir stehn auf Berlin / Männer gibt’s wie Sand am Meer, die als Kleinauflage schnell vergriffen war.
Erste größere Medienpräsenz erlangte Ideal als Vorgruppe von Barclay James Harvest, die am 30. August 1980 vor dem Berliner Reichstagsgebäude ein kostenloses Freiluftkonzert für ihre zahlreichen deutschen Fans veranstalteten.
Im selben Jahr lieferte die Band den Soundtrack zu dem Film Rote Liebe von Rosa von Praunheim
Nachdem der Entdecker der Band, der Musikverleger Klaus D. Mueller (kdm), nur Absagen von den damals bekannten Labels bekommen hatte, wandte er sich an Klaus Schulze, einen langjährigen Freund und Pionier der elektronischen Musik in Deutschland. Auf dessen Label „IC“ erschien im November 1980 die erste LP mit dem Titel Ideal. Die Platte stieg bis Juni 1981 auf Platz 3 der deutschen LP-Charts. Eine Besonderheit dieser Langspielplatte war, dass sie auf 45 Umdrehungen pro Minute (also der eigentlich für Singles vorgesehenen Geschwindigkeit) abgespielt werden musste; man erwartete dadurch Klangvorteile, behielt diese Technik für weitere Veröffentlichungen aber nicht bei. Das Plattencover stellt vor dem Hintergrund der stilisierten Erde einen kopflosen Menschen im Oberhemd dar, der seine Krawatte bindet. Anstelle des Kopfes findet sich der in Rot skizzierte Bandname. Die Gestaltung übernahm Bettina Sefkow.
Es folgten die ersten Auslandskonzerte in Österreich und der Schweiz. Im August 1981 traten Ideal vor 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne auf. Dieser Auftritt im Rahmen der SFB-Rocknacht wurde bundesweit ausgestrahlt. Am 17. Juli 1981 gab die Band in Köln (Sartory-Säle) ein Konzert, das vom WDR im Rahmen der Reihe Rockpalast aufgezeichnet und 2012 als DVD veröffentlicht wurde. Neben den Hits aus dem Debüt-Album wurden hier bereits Titel des Nachfolgealbums Der Ernst des Lebens präsentiert.
