Hast du etwas Zeit für mich?
Dann singe ich ein Lied für dich
Von neunundneunzig Luftballons
Auf ihrem Weg zum Horizont
Denkst du vielleicht grad an mich?
Dann singe ich ein Lied für dich
Von neunundneunzig Luftballons
Und dass sowas von sowas kommt
Neunundneunzig Luftballons
Auf ihrem Weg zum Horizont
Hielt man für Ufos aus dem All
Darum schickte ein General
′Ne Fliegerstaffel hinterher
Alarm zu geben, wenn’s so wär′
Dabei war’n dort am Horizont
Nur neunundneunzig Luftballons
Neunundneunzig Düsenflieger
Jeder war ein großer Krieger
Hielten sich für Captain Kirk
Das gab ein großes Feuerwerk
Die Nachbarn haben nichts gerafft
Und fühlten sich gleich angemacht
Dabei schoss man am Horizont
Auf neunundneunzig Luftballons
Neunundneunzig Kriegsminister
Streichholz und Benzinkanister
Hielten sich für schlaue Leute
Witterten schon fette Beute
Riefen: „Krieg!“ und wollten Macht
Mann, wer hätte das gedacht
Dass es einmal so weit kommt
Wegen neunundneunzig Luftballons
Wegen neunundneunzig Luftballons
Neunundneunzig Luftballons
Neunundneunzig Jahre Krieg
Ließen keinen Platz für Sieger
Kriegsminister gibt’s nicht mehr
Und auch keine Düsenflieger
Heute zieh′ ich meine Runden
Seh′ die Welt in Trümmern liegen
Hab‘ ′n Luftballon gefunden
Denk‘ an dich und lass′ ihn fliegen
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99 Luftballons ist ein Popsong der Band Nena aus dem Jahre 1983. Der Text stammt von Carlo Karges, die Musik schrieb Uwe Fahrenkrog-Petersen. Das Stück war einer der erfolgreichsten Titel der Neuen Deutschen Welle und auch international einer der erfolgreichsten Popsongs in deutscher Sprache. Die 1984 veröffentlichte englische Version 99 Red Balloons entwickelte sich ebenfalls zu einem internationalen Hit.
99 Luftballons entstand vor dem Hintergrund der letzten Phase des Kalten Krieges in den 1980er Jahren in Deutschland. Aufgrund des NATO-Doppelbeschlusses von 1979 begann 1983 in Deutschland die Stationierung von atomaren Pershing-II-Raketen. Diese nukleare Aufrüstung führte zu Befürchtungen, dass die Gefahr eines Atomkrieges steige, und stieß daher auf massive Widerstände in Teilen der Bevölkerung. Diese formierten sich in der Friedensbewegung der 1980er Jahre.
Die Idee zum Liedtext kam dem Bandgitarristen Carlo Karges am 8. Juni 1982 während eines Konzerts der Rolling-Stones in der Waldbühne Berlin. Er beobachtete, wie man am Ende eine große Menge bunter Ballons in den Himmel aufsteigen ließ und fragte sich, was wohl geschähe, wenn die Ballons über die Grenze nach Ost-Berlin treiben und dort eine paranoide Reaktion auslösen würden. Wenig später hatte der Keyboarder der Band, Uwe Fahrenkrog-Petersen, eine Melodie im Kopf, als er im Auto zum Probenraum unterwegs war. Er spielte sie dort mit dem Schlagzeuger Rolf Brendel und dem Bassisten Jürgen Dehmel, als Karges dazukam und sagte, dass er einen Text geschrieben habe, der genau auf diese Melodie passe. Von den ursprünglich sieben Strophen wurden zwei gestrichen, um den Song nicht zu lang werden zu lassen. Deren auf einem Zettel notierter Text wurde von Karges an einen Fan verschenkt und ist nicht mehr bekannt.

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